Willi Ostermann
Der Kölner Liedermacher Wilhelm „Willi“ Ostermann zählte seinerzeit zu den bekanntesten und erfolgreichsten Karnevalsmusikern Kölns. Zahleiche Songs verfasste der am 1. Oktober 1876 in Köln-Mülheim geborene Künstler in Kölscher Mundart – jedoch auch viele Lieder in hochdeutscher Sprache. Er ist Namensgeber der Willi Ostermann Gesellschaft. Wer Karneval in Köln feiert wird ihm an verschiedenen Stellen immer wieder begegnen.
Willi Ostermann wuchs als Sohn eines Eisenbahners und dessen Frau Gertrud zunächst in Mülheim, ab 1878 dann in Köln-Deutz auf, wo er später die katholische Volksschule und später eine Lehre als Stereotypeur und Galvanoplastiker absolvierte. Schon früh begann Ostermann damit, mundartliche Parodien anzufertigen und sich für den Kölner Karneval zu begeistern. Viele Karnevalslieder konnte er schon als Schüler auswendig mitsingen.
1895 trat Ostermann einer Laientheaterspielgruppe bei, zudem trug er eigens geschriebene Gedichte und Lieder bei diversen Familienfestlichkeiten und in Gasthäusern vor. Bekannt wurde Willi Ostermann erstmals 1899 mit seinem Lied „Et Düxer Schötzefeß“, welches er beim Deutzer Schützenverein zum Besten gab.
Später wurde der Musiker von dem Vorsitzenden der Kölner Karnevalsgesellschaft entdeckt und wurde durch diesen dazu motiviert, Karnevalsschlager zu schreiben. Ergebnis hiervon war schließlich der Rosenmontagshit „Däm Schmitz sing Frau eß durchgebrannt“, dem weitere Erfolgstitel folgten. Immer mehr selbst komponierte Lieder und Karnevalsschlager verlegte Ostermann mit Erfolg selbst, und neben Kölschen Mundartliedern entstanden auch eine Reihe klassischer Lieder wie Märsche und Walzer.
Ende der 20er Jahre begann Ostermann auch damit Werbetexte zu verfassen und ab Ende der 30er Jahre das humoristische Wochenblatt „Tünnes und Schäl“ herauszugeben. 1936 schließlich musst sich Willi Ostermann einer schweren Magenoperation unterziehen – und starb am 6. August des gleichen Jahres an den Folgen. Noch im Krankenhaus verfasste er ein letztes Lied, „Heimweh nach Köln“.
Bis heute sind die Lieder, vor allem die Karnevalsschlager, von Willi Ostermann zum Kölner Karneval präsent und bleiben sicher noch lange Zeit unvergessen. Dies beweist auch die Gründung der Willi Ostermann Gesellschaft, die 1967 gegründet wurde. Damit wollte man ein Zeichen setzen, dass man nicht nur an Karneval den Liedern des großen Liedermachers gedenken soll, sondern ruhig das ganze Jahr hinüber. Heute spielt die Willi Ostermann Gesellschaft noch eine zentrale Rolle im Kölner Karneval.
