Dreigestirn

Das Kölner Dreigestirn

Die obersten Repräsentanten das Kölner Karnevals sind Prinz, Bauer und Jungfrau, die gemeinsam das Kölner Dreigestirn darstellen. Die Personen des Dreigestirns wechseln dabei jedes Jahr aufs Neue.

Köln, dreigestirn

Dreigestirn Köln: Prinz, Jungfrau und Bauer

Bereits seit dem Jahr 1870 existiert das Kölner Dreigestirn, wenngleich es auch erst seit 1938 offiziell als solches bezeichnet wird. Der Prinz ist der höchste Repräsentant des Kölner Karnevals und auch die wichtigste Figur beim Rosenmontagsumzug, bei welchem er sich zu allerletzt im größten und prunkvollsten Festtagswagen präsentiert.

Der Bauer im Dreigestirn trägt traditionell einen Dreschflegel in der Hand und steht symbolisch für die Befreiung der Stadt Köln aus der Macht der Erzbischöfe, die bei der Schlacht von Worringen gewonnen werden konnte. Er erhält als Stadtbewahrer auch die Stadtschlüssel des Kölner Oberbürgermeisters verliehen. Seit 1870 ist der Bauer ein fester Bestandteil des Kölner Dreigestirns und das Faschings in Köln.


Auch die Jungfrau kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Seit 1870 wurde sie stets dem Kölner Bauern zur Seite gestellt. Sie trägt eine Krone und einen silbernen Spiegel, und steht symbolisch für die Uneinnehmbarkeit der Stadt Köln, die damals noch von einer Stadtmauer umgeben war.
Das Kölner Dreigestirn meistert in jeder Karnevalssaison bis zu 400 Auftritte, auch in sozialen Einrichtungen wie Kinderheimen oder Kliniken. Auch im Rosenmontagsumzug besitzt das Dreigestirn eine wichtige Rolle.

Der Prinz

Der heutige “Prinz Karneval” wurde 1823 von den Reformern als “Held Karneval” in die Kölner Narrenszenerie eingeführt. Sein Gewand war dem des Kaisers nachgebildet, den die Kölner in ihrer Freien Reichsstadt über alles liebten und begeistert feierten, wann immer er Köln besuchte. Der Held sollte nach den Vorstellungen der Reformer “die Erbärmlichkeit des gewöhnlichen Treibens auf Grund seines edlen Charakters” in die gewünschten Bahnen lenken und alle Mißstände besiegen.

Der erste “Prinz Karneval” wurde schließlich 1872 proklamiert. Zu dieser Zeit war das Wort “Held Karneval” nicht ganz passend. Ein “Held” wurde zur Zeit des Heldenkaisers Wilhelm I. assoziiert mit Kriegsgetümmel, Vaterland und Tapferkeit. Die Reformer aber hatten in ihrem Helden eine Gestalt der Freude geschaffen, nicht den Schlachtfeld-Heros.

Bauer und Jungfrau

Bauer und Jungfrau sind seit 1883 feststehende Figuren des Kölner Karnevals, die gemeinsam mit dem Prinzen auftreten – aber bis heute getrennt im Rosenmontagszug fahren. In den Jahren nach der Reform des Karnevals waren sie nur dann im Rosenmontagszug dabei, wenn sie sich thematisch einbauen ließen. Erstmals wird der Bauer in einem Reimgedicht 1422 genannt, als eines der “Glieder des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation”. Köln vertrat dort neben Regensburg, Konstanz und Salzburg die “Reichsbauernschaft”.

Später tauchte der “Kölner Bauer” als Schildhalter des Reiches auch des Kölner Wappens in Kupferstichen auf. Als Stadtbewahrer trägt er die Stadtschlüssel, Schwert und Dreschflegel sind Symbole der Wahrhaftigkeit, Reichstreue und Tapferkeit werden ihm nachgesagt. Erstmals taucht der Bauer 1825 im Kölner Rosenmontagszug auf.

Seit 1570 wurde dem “Kölner Bauer” die “Kölner Jungfrau” zur Seite gestellt. Warum ist bis heute ungeklärt. Die “Jungfrau” ist aber das Symbol der “freien, unabhängigen und keinem fremden Machtwillen unterworfenen Stadt”. Sie taucht bereits 1823 im ersten Rosenmontagszug auf, in römischen Gewändern mit goldener Krone auf einem “milchweißen” Pferd. Bei ihrem Anblick identifizierten sie die Kölner sogleich mit Agrippina, der in Köln geborenen römischen Kaiserin. Seitdem verkörpert die Jungfrau die “Frau im Haus”. Erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurden Prinz, Bauer und Jungfrau zum närrischen Dreigestirn.

Keine leichte Aufgabe: Denn zur Weisheit im Narrenkleid gehört auch der spielerische Umgang mit der Macht auf Zeit. Und wie Regierungsmannschaften unterliegt ein jeckes Trifolium heute nicht minder der “political correctness”. Das Anspruchsprofil erwartet den Charme von Dreißig- und die Erfahrung von Sechzigjährigen, Witz auf der Sitzung und Sensibilität beim Besuch kranker Kinder, Volkstümlichkeit im Festzelt und Würde beim Kardinal.

Der Elferrat

Der Elferrat stellt das Parlament des Karnevals dar. Entstanden ist er im Jahr 1823 mit der Rheinischen Karnevalsreform. Französisch war zunächst Amtssprache des Elferrats, da dieser in einer Zeit eingeführt wurde, in der die linksrheinische Region im Zuge der Französischen Revolution durch Frankreich besetzt wurde. Dies brachte folglich auch französische Gesetze mit sich. Die „Elf“ im Elferrat lässt sich aus den Anfangsbuchstaben der Losung der Französischen Revolution ableiten – „Egalité, Liberté, Fraternité“ (Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit).

Der Elferrat ist bis heute im Karneval aktiv. Er besteht jedoch meist nicht nur aus 11 Mitgliedern, sondern meist aus mehreren – meist männlichen – Personen. In einigen Städten sind jedoch auch spezielle Elferräte aktiv, die sich aus weiblichen Mitgliedern zusammensetzen.

Aufgabe des Elferrates ist es, vereinseigene Veranstaltungen während dem Fasching zu organisieren und zu planen, wie unter anderem Bälle, Karnevalssitzungen oder Faschingsumzüge. Ist die Karnevalszeit vorbei, so engagieren sich viele Elferräte allerdings auch bei anderen Festivitäten.

Prinzengarde

Die Prinzengarde begleitet den Prinzen durch die Karnevalszeit. Bekannt ist die Prinzen-Garde Köln 1906 e.V., die im Kölner Karneval den Prinzen im Rosenmontagsumzug umgibt. Die Mitglieder der Kölner Prinzengarde tragen eine weiße, mit rot abgesetzte Uniform und werden aufgrund der Farbwahl von den Kölner scherzhaft auch als „Mählsäck“ (Mehlsäcke) bezeichnet. Die Kölner Prinzengarde ist bereits seit dem Jahr 1906 aktiv und entwickelte sich aus der Ehrengarde heraus, die Bauer und Jungfrau im Rosenmontagszug begleitete. Heute besteht die Prinzen-Garde Köln 1906 e.V. aus rund 450 Mitgliedern, die aus allen Altersschichten und Berufsgruppen kommen. Jedes Vereinsmitglied gehört einem der vier Korpsteile an, von denen Fuß- und Reiterkorps das aktive Korps darstellen – daneben gibt es noch den Corps à la Suite und die Ehrenoffiziere.

Auch in Düsseldorf ist die Prinzengarde bekannt. Die Prinzengarde in Düsseldorf begleitet ebenfalls den Prinzen während dem Düsseldorfer Karneval und zählt heute rund 400 stimmberechtigte Vereinsmitglieder, von denen etwa 100 dem uniformierten Korps angehören. Die Düsseldorfer Prinzengarde begleitet nicht nur den Prinzen, sondern pflegt auch weitere gesellschaftliche Aktivitäten während der Karnevalszeit.

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