Büttenreden

Unter Büttenreden versteht man eine Rede, die im Sitzungskarneval auswendig oder auch abgelesen vorgetragen wird. In der Regel ist die Büttenrede in Reimen gehalten und wird in lokalem Dialekt, wie etwa Kölsch, von einem Rednerpult aus vorgetragen.

Der Aufbau der Rede und das Versmaß sind einfach gehalten, damit auch die womöglich schon etwas angetrunkenen Zuhörer der Büttenrede inhaltlich folgen können. Meist ist die auf Kölsch „Bütt“ genannte Büttenrede in verschiedene Strophen unterteilt, die immer wieder mit der gleichen Pointe enden.


Die Büttenrede besitzt bereits eine lange Tradition. Schon im Mittelalter gab es diese Form der Rede in Form des „Rügerechts“, das besagte, dass der einfache Mann zu Zeiten der Fastnacht die Herrschenden kritisieren durfte, ohne dass dies Konsequenzen zur Folge hatte.

Auch heute noch befassen sich Büttenreden inhaltlich mit Politik und Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen. Mal wird die Rede etwas offener, mal etwas zurückhaltender – aber stets lustig – formuliert, um auf ironische Art und Weise Kritik zu üben. Der Auftritt sowie der Abgang des Redners wird traditionell mit Kapellenmusik begleitet – typisch ist hier der so genannte Büttenmarsch, von denen vermutlich der Narrhallamarsch der bekannteste ist.

Büttenreden kostenlos gibt es heute nur noch selten.  Aber manch eine von einem Amateur gehaltene, kostenlose Büttenrede kann lustiger sei,  als die der allseites bekannten (und recht teuren) Fernsehgrößen.

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